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Das FS20-Funkschaltsystem bietet viele Einsatzmöglichkeiten. Neben Anwendungen aus den Bereichen Sicherheit, Lichtsteuerung sowie Wetter und Umwelt ist besonders der Einsatz in der Heizungssteuerung interessant.

Bereits durch die Verwendung von herkömmlichen mechanischen Thermostatventilen können auf das Jahr gerechnet eine Menge Kosten eingespart werden, wenn man bedenkt das die Anschaffung gerade mal bei rund 15 bis 20 Euro (je Thermostatkopf) liegen. Interessanter wird das Ganze jedoch mit elektronischen Heizungsregelungen. Doch vorab eine kleine Einführung.

 

Heizungsregelung über Thermostatventile

Thermostatventile (Korrekterweise müsste es eigentlich Thermostatkopf heissen, der das Ventil am Heizkörper regelt) werden über einen internen Temperaturfühler geregelt. Je nach gemessener Temperatur sorgt ein Dehnstoffelement dafür, das die Durchflussmenge des Heizungsvorlaufs verändert wird. thermostatkopfThermostatkopf[1]Über die auf dem Thermostat aufgedruckte Skala 1 - 5 (die sich je nach Hersteller unterscheiden kann), wird die bevorzugte Raumtemperatur vorgewählt. Hierbei sollte man auf die Beschreibung des Herstellers achten. Geläufig sind die Symbole die auf dem nebenstehenden Bild zu sehen sind. Dabei steht die "Schneeflocke" für eine Frostschutz-Stellung die dafür sorgt, dass der Raum nicht unter 6 °C auskühlt. Dieses Symbol befindet sich in der Regel am rechten Anschlag, also ganz links auf dem Thermostat. In dieser Stellung wird das Heizungsventil verschlossen, wird aber durch das Thermostatventil bei Unterschreitung von 6 °C automatisch geöffnet. Der "sichelförmige Mond" befindet sich auf der Skala meist zwischen 1 und 2. In dieser Einstellung wird eine Temperatur für die Nachtabsenkung von 14 °C vorgewählt. Die "Sonne" steht für 20 °C Raumtemperatur und befindet sich auf der Skala meist in der Mitte, also auf der 3. Verändert man die Einstellung um eine Zahl auf der Skala von unten nach oben (z.B. von 3 auf 4) oder von oben nach unten (z.B. von 3 auf 2) so verändert dies die Temperatur um ca. 4 °C. Empfindet man z.B. 20 °C Raumtemperatur (Thermostat auf 3) für zu kühl und stellt das Thermostat auf 4, wird die Raumtemperatur auf 24 °C angehoben.

Jeder der seine Wohnung überheizt (und das ist oftmals der Fall), verschwendet bares Geld. Eine Faustregel sagt:

Jedes Grad weniger spart rund 6% Heizenergie!

Die Stiftung Warentest hat dazu berechnet (siehe auch Abschnitt Empfehlung):

Eine tägliche Temperaturabsenkung von 21 °C auf 17 °C in der Zeit von 9 bis 18 Uhr bringt eine Heizkostenersparnis von rund 10%.

Dies steht keinesfalls im Widerspruch zu der Faustregel, da hier eine Absenkung nur während eines bestimmten Zeitfensters stattfindet.

Experten raten zu folgender Temperaturwahl:

  • Wohn- und Arbeitsräume 20 °C
  • Badezimmer / Nasszellen (hohe Luftfeuchte!) 22 °C
  • Kinderzimmer 22 °C
  • Schlafzimmer 18 °C
  • selten genutzte Räume 17 °C

Beherzigt man diese Empfehlungen, kann schon ein gewisses Einsparpotential bei den Heizkosten zusammen kommen. Bereits eine Veränderung der Thermostateinstellung von 4 (24 °C) auf 3 (20 °C) kann die Heizenergie drastisch senken, da es sich bei den Thermostatventilen um so genannte Proportionalregler handelt. 

 

Elektronische Thermostatventile

Da der Mensch in der Regel eher von bequemer Natur ist, werden gerade im Bereich der Heizungsregelung oftmals wichtige Aktivitäten vergessen: Herabsenken des Thermostatventils bei geöffnetem Fenster oder beim Verlassen der Wohnung um nur zwei Beispiele zu nennen.

Möchte man etwas mehr "Intelligenz" bei seiner Heizungsregelung, so empfiehlt sich der Einsatz von elektronischen Thermostatventilen. elektronischer Thermostatelektr. Thermostat[2]Mit autarken Reglern wie z.B. einem Elektronik-Heizkörper-Thermostat von ELV kann man meist zeitgesteuert verschiedene Sollwerte für die Raumtemperatur vorgeben. Üblicher Weise werden diese Regler mit Batterien betrieben und wie die herkömmlichen Thermostatventile direkt am Heizkörper angebracht.

Sowohl die mechanischen als auch die autarken elektronischen Thermostatventile messen die Raumtemperatur direkt am Ventil. Der Nachteil liegt auf der Hand: Das Thermostat misst z.B. 22 °C, doch in der etwas entlegeneren Ecke im Raum, in der man sich meist aufhält ist es Kühler. Also wird meist die Solltemperatur am elektronischen Thermostatventil höher gestellt, damit die gewünschte Wärme auch über den Raum fühlbar verteilt wird. Somit sind die obigen Leitsätze zur Kostensenkung gleich dahin.

Um dem entgegen zu wirken empfiehlt sich der der Einsatz einer Funk-Heizungsregelung.

 

Funk-Heizungsregelung

Durch die Verwendung einer funkgesteuerten Heizungsregelung können weitere Optimierungen vorgenommen werden. ELV bewirbt seine Produkte mit einem Einsparungspotential von bis zu 30% was aber sicherlich nur in einer Laborumgebung unter bestimmten Vorraussetzungen erreicht werden kann. Die Modelle FHT80b von ELV unterstützen zum Beispiel bis zu 8 FHT8V Funk-Stellantriebe je Raum, bis zu 4 Funk-Tür-/Fensterkontakte FHT80TF-2 sowie bei Bedarf die Einbindung in die bidirektionale FHZ 1000-2 Funk-Hauszentrale.

FHT80bFHT80b   FHT8VFHT8V   FHT80TF-2FHT80TF-2   FHZ1000-2FHZ1000-2
Bildmaterial: ELV

Die zuletzt erwähnte Funkhaus-Zentrale kann direkt bis zu 8 FHT8V Funk-Stellantriebe ansteuern und bis zu 15 Räume individuell über FHT80b regeln. Darüber hinaus bietet sie weitere Funktionen wie z.B. Makroprogrammierung, die Telefon-Fernsteuerung und Alarmmeldung über einen Funk-Alarmwähler sowie das Schalten von bis zu 15 Komponenten des Funkschaltsytems FS20.

Je nach den persönlichen Anforderungen und dem zur Verfügung stehendem Budget können einzelne Räume im ersten Schritt z.B. mit dem Set FHT80b 1-Raum-Heizungsregelung ausgerüstet werden. Mit dem im Set enthaltenen Artikeln kann bereits ein Heizkörper sowie ein Fenster ausgerüstet werden. Weitere Räume sowie eine eventuelle zentrale Steuerung über die FHZ 1000-2 Funk-Hauszentrale können zu einem späteren Zeitpunkt nachgerüstet werden.

Soll direkt nach dem Einstieg neben der Heizungsregelung auch die Möglichkeit gegeben sein Lampen, etc. zu schalten, so bietet ELV das FHZ 1000-Starterset an. Dieses Funk-Heizungssteuerungs-System beinhaltet die Zentrale, zwei FHT80b, zwei Stellantriebe sowie zusätzlich zwei Funk-Steckdosen FS20 ST.

An dieser Stelle möchte ich auf den Abschnitt Noch mehr Intelligenz bitte in diesem Beitrag hinweisen: soll eine computergestützte Haussteuerung zum Einsatz kommen, benötigt man die Funk-Hauszentrale FHZ 1000-2 eventuell nicht! Dies gilt besonders im Zusammenhang mit der Haussteuerungs-Software FHEM. Für andere auf dem Markt befindliche Software kann ich Mangels Erfahrung nicht sprechen.

 

Noch mehr Intelligenz bitte

Hat man sich für eine Funk-Heizungsregelung entschieden und möchte mehr Möglichkeiten nutzen als die Funk-Hauszentrale von ELV bietet, sollte eine computergestützte Haussteuerung in Betracht gezogen werden. Hierbei sollte unbedingt darauf geachtet werden, das ein möglichst stromsparender Rechner zum Einsatz kommt. Was nützt die ganze Einsparung, wenn der Rechner im 24 Stundenbetrieb >250 Watt verbraucht.

Seit Anfang / Mitte 2007 setze ich für die Hausautomation die Open-Source Software FHEM ein. FHEM ist ein auf Perl basierender Serverdaemon mit dem zahlreiche weitere Geräte und Sensoren neben dem FS20 System (X10, KNX, Intertechno, HomeMatic, 1-Wire, etc.) gesteuert und überwacht werden können. Im Laufe der Jahre habe ich zu der Entwicklung mit eigenen Modulen (JSON, 1-Wire) sowie einigen Scripten (Asterisk-Anbindung, etc.) beigetragen.

Der Phantasie sind mit dem Funksteuerungs-System FS20 nur wenig Grenzen gesetzt. ELV hat weitere Artikel im Angebot, die die Heizungsregelung als auch die Hausautomation erweitern. Hier eine kleine (unvollständige) Auswahl im Zusammenhang mit der Überschrift "Heizkosten sparen mit FS20":

 

Heizungsregler-Statusanzeige*

Über die Heizungsregler-Statusanzeige FHT8-SA kann die aktuelle Position der Heizkörperventilantriebe FHT8V dargestellt werden. Darüber hinaus wird die jeweils gewählte Soll- und Ist-Temperatur in Verbindung mit eines FHT80b oder einer FHZ 1000 sichtbar gemacht. Bis zu 8 Stellantriebe können mit diesem Gerät überwacht werden.

 

Zirkulationspumpen-Steuerung*

Über zwei Temperaturfühler vergleicht die Zirkulationspumpen-Steuerung FS20 ZPS die Temperaturen in Vor- und Rücklauf. Die Zirkulationspumpe wird per FS20-Schaltaktor (z.B. FS20 ST-3) nur dann eingeschaltet, wenn es notwendig ist. Die FS20 ZPS unterstützt neben programmierbaren zeit- und temperaturgesteuerten Zirkulationsphasen, speicherbare Nutzungsprofile, manuelle Steuerung der Zirkulationspumpe, eine Zweipunkt-Temperatur-Regelung sowie die manuelle Steuerung über einen FS20-Sender, z.B. einen Aufputz-Wandsender FS20 S4A-2.

 

Wärembedarfrelais*

Das Wärmebedarfrelais FHT 8W wertet den Funkverkehr zwischen Raumregler und Stellantrieb von bis zu 10 Räumen aus. Über einen integrierten Schaltausgang kann das FHT 8W mit der Brennersteuerung oder/und der Umwälzpumpe verbunden werden und direkt einwirken. Durch einen minutlichem Vergleich der versandten Daten des Raumreglers mit einem frei programmierbarem Grenzwert wird die Heizungsanlage dem tatsächlichen Wärmebedarf entsprechend gesteuert.

 

FHZ 1300 PC*

Die FHZ 1300 PC ermöglicht die zentrale Vernetzung, die Steuerung sowie die individuelle Konfiguration der Komponenten aus dem Funk-Haussteuerungs-System, dem Funk-Heizungssteuerungs-System, dem Funk-Gefahrensystem sowie der Wettermesstechnik von ELV. Sie ist die Vorraussetzung um seitens eines PCs mit den aufgeführten Systemen kommunizieren zu können. Die FHZ 1300 PC wird mit einer sehr einfachen Software ausgeliefert, bzw. bietet ELV diese im Download an. Darüber hinaus bietet ELV noch weitere Software in Verbindung mit der FHZ 1300 PC (homeputer-Studio, homeputer-Web-Server) an, auf die ich an dieser Stelle Mangels Erfahrung nicht weiter eingehe. Möchte man die Open-Source Software FHEM einsetzen, so kann anstatt der FHZ 1300 PC alternativ auch ein CUL0 / CUNO des Anbieters busware genutzt werden. Diese Geräte bieten noch mehr Möglichkeiten und sind etwas günstiger als die FHZ 1300 PC. Kompatibel zu der genannten Software von ELV sind sie jedoch nicht. 

* Weiterführende Beschreibungen sind bitte den jeweiligen Artikeln zu entnehmen.

 

Empfehlung

Die Stiftung Warentest hat in der Ausgabe 05/2008 der Zeitschrift test 7 programmierbare Heizkörperthermostate sowie 4 nicht programmierbare herkömmliche Thermostate mit eingebautem Fühler getestet. Bei diesem Test belegte die ELV FHT80b 1-Raum-Heizungsregelung, bestehend aus Steuereinheit FHT80b-2, Stellantrieb FHT8V und Fensterkontakt FHT80TF-2, mit einer Note von 1.8 den ersten Platz. Das komplette Testergebnis kann auf der Seite von test.de eingesehen werden. 

Ich setze bereits seit vielen Jahren in 10 Räumen die Funk-Heizungsregelung von ELV ein und bin damit sehr zufrieden. Wer durch den Beitrag motiviert wurde sollte jedoch auch die Anschaffungskosten berücksichtigen. Je nach Anzahl der Heizkörper amortisiert sich die Anschaffung im Verhältnis der Mehrkosten durch alte / schlechte Thermostatventile erst nach ein paar Jahren. Die Anschaffung stellt für mich eine sinnvolle Entscheidung dar: nicht nur die eigenen Heizkosten werden langfristig gesenkt, sondern man trägt automatisch zum Klimaschutz bei. Denn je weniger (Heiz-)Energie angefordert wird, desto weniger Ressourcen werden benötigt, bzw. wird weniger (Heiz-)Energie mit allen seinen Folgen für das Klima erzeugt.



[1] Bildmaterial: Heimeier

[2] Bildmaterial: ELV

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